Körperkunst

Es gibt sie. Menschen, die einmal mit irgendeiner Form der Körpermodifikation begonnen haben und dann nicht mehr davon lassen können. Tätowierungen sind eine Form des Körperschmucks, inzwischen gehen Freaks aber immer weiter an ihre Schmerzgrenze und lassen sich so lange an Fleischhaken zwischen zwei Bäumen aufhängen, bis sie bewusstlos werden.

Tatoos und mehr

Die Tätowierung gilt als die am weitesten verbreitete Form des Körperschmucks und entsteht aus unterschiedlichen Beweggründen des Tätowierten. Die einen lassen sich kunstvolle Motive auf Körperteile tätowieren, weil sie sie schön und ästhetisch finden; andere tätowieren sich aus politischen, sexuellen oder religiösen Gründen. Oder verewigen verstorbene Freunde und Verwandte durch ein Tattoo auf ihrem Körper und lassen sie auf diesem Wege in ihnen weiterleben.

Bei der Tätowierung wird mittels einer Tätowiermaschine Farbe oder Tinte in die Haut gestochen, die sich zu einem Text oder Motiv formt. Das Endergebnis ist mittlerweile sehr publik, in der Öffentlichkeit akzeptiert und erregt durch den gewohnten Anblick nur noch wenig Aufmerksamkeit auf der Straße. Es sei denn, Tätowierte gehen ins Extreme und sind süchtig nach dieser Art der Körperbemalung. Lucky Diamond Rich aus Neeseeland ging als Extremfall durch die Medien: nachdem sein ganzer Körper bereits mit Tattoos übersät war, ließ er sich komplett einschwärzen (auch Zahnfleisch, Augenlider und die Haut zwischen den Zehen und in den Ohren), um dadurch wieder genügend Körperfläche zur Verfügung zu haben, um sich erneut weiße und bunte Motive darauf stechen zu lassen.

Ästhetisch oder zuviel des Guten?

Im Gegensatz zu anderen Techniken der Körpermodifikation geht es bei Tätowierungen meist nur um das Ergebnis und nicht den Schmerz während des Tätowierens. Der sei zwar vorhanden, aber laut der Aussagen von Tätowierten nach kurzer Zeit schon wieder vergessen. Anders sind allerdings die Motive für drastischere Mittel des Körperkults, wie etwa der „Suspension“ (Aufhängen): dabei lassen sich Leute Stahlhaken durch Rücken, Brustgewebe, Kniehaut bohren, um sich daran mit einem Seil in die Luft ziehen zu lassen. Dort verweilen sie und genießen den Schmerz, bis sie ohnmächtig werden. Helfer müssen anschließend danach trachten, die Luftblasen in der Haut sanft auszumassieren, damit sich darin keine lebensgefährlichen Entzündungen ausbreiten. Diese Marter dient scheinbar der Selbstfindung, Betroffene lieben dabei den Adrenalin-und Endorphinschub, der sie benebelt und euphorisiert. Es geht den Akteuren darum, andere Zustände zu erreichen und dadurch zu sich selbst zu finden. Und weil sie es schön finden.

Die Selbstfindung wird also durch drastische Mittel zu erreichen versucht. Sei es durch Ganzkörpertätowierungen oder Körpererlebnisse der besonderen Art. Ob man Tattoos, Piercings oder Hautspaltungen schön findet, bleibt jedem selbst überlassen. Wenn man darauf verzichten kann, gibt es schließlich auch noch andere Möglichkeiten, seinen Körper zu schmücken und zu ästhetisieren: Kleidung! Besonders angesagte Kultstücke stammen aus dem Hause Southpole und haben in der Szene bereits einen angesehenen Namen.

Aktualisiert am 27. Mai 2010

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