Geschichte des Tattoos
Tätowierungen sind heutzutage so vielfältig wie nie zuvor. Vom bunten Rockabilly-Motiv bis hin zum so genannten „Arschgeweih“ gibt es heutzutage eine große Anzahl unterschiedlicher Stilrichtungen, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben. Ob als Erinnerungsstück, als Ausdruck der Jugendkultur oder als reiner Körperschmuck – Tattoos bedeuten für jeden etwas anderes. Doch wann und wie sind Tattoos eigentlich entstanden?
Anfänge der Tattoo-Kultur
Wo genau der Ursprung von Tätowierungen anzusiedeln ist, kann auch in der Gegenwart noch nicht eindeutig belegt werden. Rund um die Erde gibt es zahlreiche Hinweise und Zeitzeugnisse dafür, dass sich die Kultur und Sitte des Tätowierens bei verschiedenen Völkern rund um den Glosbus unabhängig voneinander entwickelt hat. Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass die ersten Tattoos in Ägypten entstanden sind und sich von dort aus nach Polynesien und Australien sowie wenig später auch in anderen Teilen der Welt ausgebreitet haben. Aufgrund diverser Belege gilt es nun jedoch als wahrscheinlich, dass es Tattoos schon wesentlich früher in der Menschheitsgeschichte gab. So wurden in Chile über 7.000 Jahre alte Mumien gefunden, die Tattoos an den Händen und Füßen hatten. Auch die berühmte Gletscher-Mumie „Ötzi“ wies mehrere Zeichen auf, die mit Hilfe von Nadeln unter die Haut eingeritzt wurden.
Funktion von Tattoos in unterschiedlichen Kulturen
Im Laufe ihrer langen Geschichte erfüllten Tätowierungen auch ganz unterschiedliche Funktionen. Unter anderem galten sie als rituelle und sakrale Symbole, als Mitgliedszeichen, Schmuck und Protest sowie als Möglichkeit zur Abgrenzung. Im alten Griechenland wurden Tattoos dazu benutzt, um unter Spionen zu kommunizieren. Die so genannten „Knast-Tätowierungen“ dienen noch heute zur Kennzeichnung von bestimmten Rangfolgen und Hierarchien unter den Häftlingen. Während des Nationalsozialismus bekamen die Insassen der Konzentrationslager ihre Häftlingsnummer auf den Unterarm eintätowiert.
Tattoos in der westlichen Kultur
In der westlichen Welt waren Tätowierungen lange Zeit negativ besetzt und galten ausschließlich als Kennzeichnung für Sträflinge und Matrosen. Mit der Erfindung der Tätowiermaschine, die ursprünglich auf Thomas Edisons Erfindung der elektrischen Nadel zurück geht, wurde das Tätowieren nahezu revolutioniert. So wurde mit der Einführung der elektrischen Tätowiermaschine das Stechen von Tattoos nicht nur günstiger sondern ermöglichte dem Tätowierer eine sehr schnelle und effiziente Arbeitsweise.
Modetrend und Jugendkultur
Ab Ende der 1980er Jahre entwickelte sich ein gewisser Modetrend zu Tattoos, als einige populäre Musikszenen Tätowierungen zu einem integralen Bestandteil ihrer Subkultur machten. Einen wahren Boom erlebten Tattoos jedoch vor allem in den 1990er Jahren. Beliebte Motive waren vor allem die so genannten Tribals. Weibliche Trägerinnen ließen sich Tribal-Tattoos Mitte der 90er Jahre mit Vorliebe auf dem Steiß tätowieren, wodurch die Tattoos an dieser Stelle scherzhaft oder teilweise auch abwertend als „Arschgeweih“ bezeichnet wurden.
Gegenwärtige Trends
Seit Anfang des 21. Jahrhunderts erfreuen sich so genannte Old-School-Motive wieder großer
Beliebtheit, vor allem Sterne, Schwalben oder Anker.
Ebenfalls haben Tattoos Einzug in die Modewelt erhalten. Viele Modeschöpfer verzieren ihre Kleidungsstücke mit aufgenähten und gestickten Tattoos oder lassen sich von Tätowierungen zu neuen Kollektionen inspirieren. Daneben können sich Tattoo-Fans ihre Lieblingsmotive heutzutage nicht nur unter die Haut stechen, sondern auch auf Textilien drucken lassen, wie zum Beispiel auf die schönen T-Shirts vom Hersteller Stedman.
Aktualisiert am 24. September 2010
